Lichtfest Leipzig

barrierefrei erleben

Das Lichtfest Leipzig ist ein Abend des Erinnerns, des Miteinanders und der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Friedlichen Revolution von 1989. In der Leipziger Innenstadt entstehen Lichtinstallationen, Projektionen, Klangräume und Begegnungsorte, die Geschichte sichtbar und erfahrbar machen.

Damit möglichst viele Menschen das Lichtfest selbstbestimmt erleben können, bündelt diese Seite Informationen zur Barrierefreiheit. Alle Projekte sind rollstuhlgerecht und für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erreichbar. Vorgestellt werden außerdem die einzelnen Projekte sowie Hinweise zu visuellen und akustischen Inhalten. Dazu gehören Beschreibungen von Texten, Bildern, Projektionen, Lichtstimmungen, Geräuschen und räumlichen Situationen.

Die Informationen unterstützen bei der Vorbereitung des Besuchs und machen künstlerische Arbeiten auch dann nachvollziehbar, wenn einzelne Eindrücke vor Ort nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmbar sind.

Barrierefreiheit ist beim Lichtfest Leipzig Teil eines verantwortungsvollen Veranstaltungsansatzes – von der Mobilität über die Kommunikation bis zum möglichst barrierefreien Zugang zu den Lichtinstallationen.

 

Hinweis: Diese Seite befindet sich noch im Aufbau und wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert. 

 

Unsere VerANTWORTung …

Grimmaische Straße 9 - 15

Auf der Grimmaischen Straße zeigt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig (ABL) zehn großformatige Fotomotive aus dem Jahr 1989. Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Gerda-Taro-Schule haben sie im Rahmen eines archivpädagogischen Workshops ausgewählt und kommentiert. Neben einer historischen Einordnung ging es vor allem um die Frage: Wie stehen die historischen Ereignisse des Jahres 1989 in Leipzig mit den Herausforderungen der Gegenwart in Beziehung? Welche Impulse können sie geben?

 

© Emilie Dias

Faces of Light

Zeitgeschichtliches Forum, Grimmaische Straße 6

Faces of Light ist eine ortsspezifische Installation. Beamer projizieren Porträts von Personen, die im Herbst 89 beteiligt waren, auf die Fensterflächen. Lichtstrahlen reichen bis in den öffentlichen Raum hinein und verbinden Fassade, Projektion und Publikum. Die Installation geht direkt auf die architektonischen Gegebenheiten des Ortes ein und übersetzt die Ereignisse der Friedlichen Revolution in ein räumliches Bild. 

 

© László Zsolt Bordos

Aufbruch – Umbruch –? Verbunden in Vielfalt

Markt

Aufbruch – Umbruch –? Verbunden in Vielfalt“ ist eine mehrteilige Perfomance der Tanzcompany TARO TANZ. In vier Blöcken spannt das Projekt einen Bogen von den Hoffnungen der Wendezeit 1989 über Brüche der Nachwendejahre bis zu aktuellen Gefährdungen der Demokratie und der Frage nach gelebter Freiheit heute. Rund 140 Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 12 entwickelten urbane und zeitgenössische Choreografien, die feste Abläufe mit Improvisation verbinden. Zitate früherer Tanzstücke, Redebeiträge und Projektionen verschränken persönliche Stimmen der Schülerinnen und Schüler mit historischer Reflexion. So entstehen eindrucksvolle Bilder von Hoffnung und Enttäuschung, Gefahren für Demokratie und Gesellschaft – aber auch von Freiheit in Vielfalt, von Gemeinschaft und dem Mut, für Werte einzustehen.

Die Hauptperformances starten 19:15 Uhr, 20:30 Uhr, 21:30 Uhr und 22:30 Uhr und dauern je ca. 30 Minuten – dazwischen stehen kurze getanzte Interventionen. Die Bühne wird durchgehend bespielt.

 

© Dave Grossmann

Kerzen-89 und Zeitzeugeninterviews

Thomaskirchhof/Ecke Klostergasse

Das traditionelle Kerzenpodest in Form einer 89 steht 2026 an der Thomaskirche/Ecke Klostergasse. Die Kerzen-89 bildet einen stillen Moment des Gedenkens, aber auch die Möglichkeit des Austausches. Moderator Nils Straatmann tritt mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in den Dialog. Dabei geht es u.a. um die im Herbst 89 viel diskutierte Fragestellung „bleiben oder gehen?“, um Hoffnungen und Ängste, die Bedeutung des 9. Oktober damals und heute und Aspekte wie Medienfreiheit, Umwelt, Kirche. 

 

© Lichtfest Leipzig

PERPETUUM

Dittrichring 12 - 16

Katja Heitmann sammelt und bewahrt „menschliche Bewegung“. Mehr als 2.500 Menschen haben bereits ihre persönlichen Bewegungen gespendet. In PERPETUUM begegnen die Lichtfestbesucher nun „Bewegungsspendern“, die in Leipzig an einem Workshop mitgewirkt haben. Sie werden am 9. Oktober in monumentaler Größe sichtbar. Die Lichtfestbesucher stehen ihnen gegenüber und hören die Geschichten hinter den Bewegungen. In einem Meer aus Licht wird auch die eigene Bewegung sichtbar. 

Beim Projektworkshop kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft zusammen. Die Teilnehmenden spiegelten die Vielfalt Leipzigs wider: Mitarbeitende aus Unternehmen wie DHL arbeiteten ebenso engagiert mit wie Schülerinnen und Schüler Leipziger Schulen sowie Kursteilnehmende der VILLA. 

 

© Emily Hoppe

Der Aktenschrank

Matthäikirchhof, Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale

Das Künstlerkollektiv mammasONica verwandelt den Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale (Matthäikirchhof) in eine monumentale Projektionsfläche. Ein scheinbar nüchterner Aktenschrank erscheint – Symbol für ein System, das Informationen sammelte und Wirklichkeit formte. Schubladen öffnen sich, Archive geraten in Bewegung, Ordnung beginnt sich aufzulösen. Aus strenger Struktur entsteht ein poetisches Bild von Wandel. Digitale Animation trifft auf handgefertigte Stop-Motion aus Plastilin – technische Präzision begegnet sichtbarer Verformung.

Die Arbeit rekonstruiert nicht Ereignisse, sondern macht erfahrbar, wie Systeme Wahrnehmung prägen – und wie kollektive Vorstellungskraft sie verändern kann. 

 

© Andreas Schmidt