Das Künstlerkollektiv mammasONica verwandelt den Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale (Matthäikirchhof) in eine monumentale Projektionsfläche. Ein scheinbar nüchterner Aktenschrank erscheint – Symbol für ein System, das Informationen sammelte und Wirklichkeit formte. Schubladen öffnen sich, Archive geraten in Bewegung, Ordnung beginnt sich aufzulösen. Aus strenger Struktur entsteht ein poetisches Bild von Wandel. Digitale Animation trifft auf handgefertigte Stop-Motion aus Plastilin – technische Präzision begegnet sichtbarer Verformung.
Die Arbeit rekonstruiert nicht Ereignisse, sondern macht erfahrbar, wie Systeme Wahrnehmung prägen – und wie kollektive Vorstellungskraft sie verändern kann.