Das Künstlerkollektiv mammasONica verwandelt den Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale (Matthäikirchhof) in eine monumentale Projektionsfläche. Ein scheinbar nüchterner Aktenschrank erscheint – Symbol für ein System, das Informationen sammelte und Wirklichkeit formte. Schubladen öffnen sich, Archive geraten in Bewegung, Ordnung beginnt sich aufzulösen. Aus strenger Struktur entsteht ein poetisches Bild von Wandel. Digitale Animation trifft auf handgefertigte Stop-Motion aus Plastilin – technische Präzision begegnet sichtbarer Verformung. Die Fassade wird zur erzählenden Schwelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Arbeit rekonstruiert nicht Ereignisse, sondern macht erfahrbar, wie Systeme Wahrnehmung prägen – und wie kollektive Vorstellungskraft sie verändern kann.
Der Aktenschrank
mammasONica (Italien)
Der Aktenschrank auf einen Blick
Künstlerkollektiv mammasONica im Porträt
mammasONica ist ein italienisches Kreativstudio, das in den Bereichen audiovisuelle Performance, Lichtdesign und interaktive Installationen arbeitet. Die groß angelegten Projekte werden international an renommierten Orten gezeigt, u. a. im Europäischen Parlament in Straßburg, den Wadi- Namar-Wasserfällen in Riad und der Gedenkstätte Buchenwald. Die ortsspezifischen Arbeiten des Studios gelten als vorbildlich dafür, wie man mit Orten umgeht, die eine komplexe oder herausfordernde Identität besitzen und wurden mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.