© Philipp Kirschner/LTM

Schwarzweiß Foto von Menschen auf dem Leipziger Marktplatz
© ABL/Martin Jehnichen

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig zeigt auf der Grimmaischen Straße zehn großformatige Fotomotive aus dem Jahr 1989. Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Gerda-Taro-Schule Leipzig haben die Fotografien im Rahmen eines archivpädagogischen Workshops ausgewählt und kommentiert.

Historische Fotografien, heutige Fragen 

Im Mittelpunkt steht nicht allein der historische Blick auf das Jahr 1989. Die Jugendlichen setzen sich auch mit der Frage auseinander, was die Ereignisse der Friedlichen Revolution heute bedeuten: Welche Verantwortung entsteht aus der Erinnerung? Wie lassen sich Erfahrungen von Protest, Freiheit und demokratischem Aufbruch mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden? Und welche Impulse können historische Quellen für das eigene Handeln geben? Die Ausstellung verbindet Archivarbeit mit politischer Bildung. Die Schülerinnen und Schüler haben die Fotografien gesichtet, historisch eingeordnet und eigene Begleittexte entwickelt. 

Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig sammelt seit 1991 Selbstzeugnisse der DDR-Opposition, der Bürgerbewegung sowie der 1989/90 entstandenen Initiativen und Parteien. Es sichert, erschließt und vermittelt Materialien, die Protest, gesellschaftlichen Wandel und Demokratisierung dokumentieren. Über seine Online-Datenbank macht das Archiv ausgewählte Bestände zugänglich. Als außerschulischer Lernort bietet es außerdem Führungen, Workshops und Zeitzeugengespräche an. Die Gerda-Taro-Schule Leipzig, ein Gymnasium der Stadt Leipzig, verankert Demokratiebildung in Unterricht, Projekttagen und weiteren schulischen Aktivitäten. Die Zusammenarbeit mit dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig zeigt, wie historische Quellen junge Menschen dazu anregen können, eigene Fragen an Vergangenheit und Gegenwart zu stellen.