Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. hat gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Gerda-Taro-Gymnasiums einen Workshop zur Vorbereitung des Lichtfest Leipzig 2026 durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Arbeit mit historischen Fotografien aus dem Jahr 1989. Aus dem Archivmaterial wählten die Jugendlichen zehn Motive aus, die beim Lichtfest in einer großformatigen Open-Air-Fotoausstellung in der Grimmaischen Straße gezeigt wird.
Mit Blick auf den 9. Oktober 1989, den Tag der entscheidenden Montagsdemonstration in Leipzig, widmet sich das Lichtfest Leipzig 2026 erneut der Bedeutung von Freiheit, Demokratie und Zivilcourage. Der Workshop im Archiv Bürgerbewegung Leipzig knüpft daran unmittelbar an: Er machte historische Quellen zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit der Friedlichen Revolution und ihrer Bedeutung für die Gegenwart.
Beteiligt waren Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Klasse 11 sowie ihr Tutor am Gerda-Taro-Gymnasium. Die Jugendlichen hatten sich im Unterricht bereits mit der DDR und der Friedlichen Revolution beschäftigt. Im Archiv vertieften sie dieses Wissen nun anhand von Fotografien, Originaldokumenten und weiteren Quellen.
Geschichte aus junger Perspektive
Der Workshoptag fand Ende Juni im Archiv Bürgerbewegung Leipzig statt. Ziel der Jugendlichen war es, unter fachlicher Begleitung des Archivs aus dem Bestand Motive auszuwählen, die inhaltlich an das Lichtfest-Motto „Unsere VerANTWORTung …“ anschließen.
Im Mittelpunkt standen Orte, die für die Ereignisse des Jahres 1989 in Leipzig von besonderer Bedeutung sind, an denen Protest, Repression, Mut und gesellschaftlicher Aufbruch sichtbar waren. Die Auswahl der Motive war nicht nur eine Rechercheaufgabe, sondern Teil intensiver Quellenarbeit. Im Fokus: welche Aussagen tragen die Bilder, welche Perspektiven werden sichtbar und wie lassen sich historische Ereignisse verständlich vermitteln. Zu allen Motiven entstanden begleitende Kommentare.
Der Workshop zeigt, wie das Archiv Bürgerbewegung Leipzig als Ort der Erinnerung und historisch-politischen Bildung jungen Menschen einen unmittelbaren Zugang zur Geschichte eröffnet. Aus Archivmaterial, Diskussionen und eigenen Einordnungen entsteht ein Beitrag zum Lichtfest, der historische Spuren sichtbar macht und zugleich den Blick auf die Gegenwart richtet. So wird Erinnerung als gemeinsame Aufgabe verstanden, Erfahrungen von damals zu bewahren, weiterzugeben und nach ihrer Bedeutung für Freiheit und demokratische Verantwortung heute zu fragen.
