Mit PERPETUUM präsentiert das Lichtfest Leipzig am Dittrichring eine immersive Videoinstallation der Choreografin und Künstlerin Katja Heitmann. Die in Hamburg geborene Künstlerin arbeitet an der Schnittstelle von Choreografie und Installation. In ihren Projekten untersucht sie, was Menschen bewegt – körperlich, biografisch und gesellschaftlich.
Im Zentrum von PERPETUUM steht ein fortlaufendes Archiv menschlicher Bewegung. Mehr als 2.500 Menschen haben dafür bereits persönliche Bewegungen gespendet. Jede dieser Bewegungen ist mit einer individuellen Geschichte verbunden: mit Erfahrungen, Erinnerungen, Haltungen oder Momenten, die für die Beteiligten Bedeutung haben.
Beim Lichtfest Leipzig begegnen die Besucherinnen und Besucher sogenannten Bewegungsspenderinnen und Bewegungsspendern, die zuvor in Leipzig an einem Workshop für das Projekt mitgewirkt haben. Am 9. Oktober erscheinen ihre Bewegungen in großer Projektion. Das Publikum steht den dargestellten Menschen gegenüber, hört die Geschichten hinter den Gesten und kann die eigene Wahrnehmung von Körper, Erinnerung und Gegenwart reflektieren.
Der Workshop brachte Menschen aus unterschiedlichen Bereichen der Leipziger Stadtgesellschaft zusammen. Beteiligt waren unter anderem Mitarbeitende aus Unternehmen wie DHL, Schülerinnen und Schüler Leipziger Schulen sowie Kursteilnehmende der VILLA aus verschiedenen Themenbereichen. Die Zusammensetzung der Gruppe zeigt, wie vielfältig persönliche Erfahrungen in einer Stadt sein können – und wie sie dennoch in einem gemeinsamen Moment sichtbar werden.
Bewegung als Archiv persönlicher Erinnerungen
PERPETUUM versteht Bewegung als etwas, das bewahrt, geteilt und weitergegeben werden kann. Beim Lichtfest entsteht daraus ein öffentlicher Raum der Begegnung: Besucherinnen und Besucher sehen nicht nur die Bewegungen anderer, sondern erleben zugleich, wie im Licht auch die eigene Bewegung Teil der Installation wird. So verbindet das Projekt künstlerische Form mit Fragen nach Teilhabe, Sichtbarkeit und Erinnerungskultur.
Katja Heitmann beschreibt sich selbst als „choreografische Bildhauerin“. Sie arbeitet mit reduzierten Bildräumen und klaren Konzepten. Ihre Projekte entstehen häufig im Austausch mit Stadtgesellschaften und fragen danach, welche Spuren Menschen hinterlassen – im Raum, in anderen Menschen und im gemeinsamen Gedächtnis. PERPETUUM wurde 2025 mit dem ILO Award ausgezeichnet.
