© Philipp Kirschner/LTM

Szene in der Innenstadt im Dunkeln, auf eine Häuserwand werden mit Scheinwerfern Gesichter projiziert
© László Zsolt Bordos

Beim diesjährigen Lichtfest Leipzig am 9. Oktober zeigt der ungarische Künstler László Zsolt Bordos „Faces of Light“ an der Fassade des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig. Porträtfotos treffen auf Glas, Projektion und Lichtstrahlen auf Stadtraum. Die ortsspezifische Lichtinstallation greift die Architektur des Hauses auf und macht Porträts von Menschen sichtbar, die im Herbst 1989 an den Ereignissen der Friedlichen Revolution beteiligt waren.

Porträts auf Glas

Die Arbeit nutzt die Fensterflächen des Gebäudes als Projektionsgrund. Beamer übertragen die Porträts auf die Glasfassade; zugleich reichen Lichtstrahlen in den öffentlichen Raum hinein. Dadurch entsteht ein räumliches Bild, das Gebäude, Porträts und Publikum miteinander in Beziehung setzt. Bordos arbeitet mit Projektion und volumetrischem Licht, sogenannten „God Rays“. Die Glasfassade bildet dabei kein Hindernis, sondern den Ausgangspunkt der künstlerischen Umsetzung. „Faces of Light“ zeigt Erinnerung nicht als abgeschlossenes Bild, sondern als vielschichtige Überlagerung: Gesichter aus dem Archiv erscheinen auf einer zeitgeschichtlichen Institution und treten zugleich in den heutigen Stadtraum hinaus.

László Zsolt Bordos lebt und arbeitet in Budapest. Er realisiert weltweit Installationen sowie Projektionen für Theater und Oper und ist regelmäßig auf internationalen Lichtkunstfestivals vertreten. Seine Arbeiten untersuchen, wie Licht Architektur verändert und Räume neu lesbar macht.