© Philipp Kirschner/LTM

Künstlerische Visualisierung auf der nach oben gestreckte Hände in grün und pink vor einem dunklen Hintergrund zu sehen sind
© mammasONica

Das italienische Künstlerkollektiv mammasONica zeigt die Videoinstallation „Der Aktenschrank“ im Innenhof des Matthäikirchhofs. Die Fassade der ehemaligen Stasi-Zentrale wird zur großformatigen Projektionsfläche. Im Zentrum steht ein scheinbar nüchterner Aktenschrank: ein Bild für ein System, das Informationen sammelte, ordnete und damit auch Wirklichkeit formte.
 

Schubladen, Schatten, Erinnerung

In der Projektion öffnen sich Schubladen, Archive geraten in Bewegung, vertraute Ordnungen lösen sich auf. Aus der strengen Struktur des Schranks entwickelt sich ein Bild des Wandels. Die Arbeit verbindet digitale Animation mit handgefertigter Stop-Motion aus Plastilin. So treffen technische Präzision und sichtbare Verformung aufeinander.

Die Fassade wird dabei zu einer erzählenden Schwelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart. „Der Aktenschrank“ rekonstruiert keine historischen Ereignisse. Die Installation macht vielmehr erfahrbar, wie Systeme Wahrnehmung prägen können – und wie kollektive Vorstellungskraft solche Systeme in Frage stellt und verändert.

mammasONica arbeitet in den Bereichen audiovisuelle Performance, Lichtdesign und interaktive Installation. Das Studio entwickelt ortsspezifische Projekte, die sich mit der Geschichte und Identität von Orten auseinandersetzen. Arbeiten von mammasONica wurden unter anderem im Europäischen Parlament in Straßburg, an den Wadi-Namar-Wasserfällen in Riad und in der Gedenkstätte Buchenwald gezeigt.

Für Besucherinnen und Besucher gilt am Standort Matthäikirchhof eine Einbahnregelung: Der Zugang erfolgt ausschließlich über die Kleine Fleischergasse, der Ausgang über die Große Fleischergasse.

www.mammasonica.org/studio/

Instagram: @mammasonica_studio