Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig wird mit dem Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur würdigt damit die seit 35 Jahren geleistete Arbeit zur Sicherung, Erschließung und Vermittlung von Quellen zur Geschichte der DDR-Opposition und des Widerstands. Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis ehrt das kontinuierliche Engagement des Archivs, diese Zeugnisse öffentlich zugänglich zu machen.
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig ging aus bürgerschaftlichem Engagement im Umfeld der Friedlichen Revolution hervor. Seit 35 Jahren bewahrt es Dokumente, Flugblätter, Protokolle, Fotografien und persönliche Zeugnisse, die die Entwicklung der Bürgerbewegung in Leipzig und darüber hinaus dokumentieren. Die Jury hebt hervor, dass das Archiv bis heute in besonderer Weise von ehrenamtlicher Mitarbeit getragen wird und eine unverzichtbare Grundlage für Forschung, Bildungsarbeit und öffentliche Erinnerung darstellt.
Kooperation mit Lichtfest Leipzig
Gerade mit Blick auf den 9. Oktober 1989 und die Montagsdemonstrationen in Leipzig kommt der Sicherung authentischer Quellen eine besondere Bedeutung zu. Die damaligen Ereignisse stehen exemplarisch für den gewaltfreien Einsatz hunderttausender Bürgerinnen und Bürger für Demokratie und Freiheit. Das Archiv trägt dazu bei, diese Erfahrungen differenziert zu dokumentieren und für kommende Generationen zugänglich zu halten. Das Archiv Bürgerbewegung ist langjähriger Partner des Lichtfest Leipzig, u.a. bei diesen Installationen: „Wir sind“ (2021), „Reflexion“ (2024) und „Gedankenspiegel“ (2025). Beim diesjährigen Lichtfest (9. Oktober 2026) ist das Archiv mit einem eigenständigen Projekt präsent.
Karl-Wilhelm-Fricke-Preis
Der Karl-Wilhelm-Fricke-Preis wird 2026 zum zehnten Mal verliehen. Er ist nach dem Publizisten Karl Wilhelm Fricke benannt, der nach seiner Entführung in die DDR und politischer Haft zu einem bedeutenden Chronisten kommunistischer Repression wurde. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten, Institutionen und Projekte ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Freiheit, Demokratie und die kritische Auseinandersetzung mit Diktaturerfahrungen einsetzen. Seit der ersten Verleihung wurden 35 Preisträgerinnen und Preisträger geehrt. Gestiftet wurde der Preis vom Mediziner und ehemaligen Fluchthelfer Dr. Burkhart Veigel. Der Jury gehören Marianne Birthler, Dr. Jacqueline Boysen, Katrin Budde, Dr. Anna Kaminsky, Marko Martin, Prof. Dr. Irina Scherbakowa sowie Dr. Burkhart Veigel an.
Die Preisverleihung findet am 11. Juni 2026 in Berlin statt.
